Diese Seite drucken

2015-08-08 Junge japanische Sportler zu Gast bei Esslinger Fechtern

geschrieben von  Fechten_IZ Publiziert in Fechten Sonntag, 30 August 2015 09:02

Vom 2. bis 8. August waren erstmalig neun japanische Jugendliche mit ihrer Gruppenleiterin und einer Dolmetscherin zu Gast bei den Fechtern der SV 1845 Esslingen. Im Rahmen des „42. Deutsch-Japanischen Sportjugend-Simultanaustausches“ zwischen der Deutschen und der Japanischen Sportjugend bereisten rund 100 japanische Jugendliche Deutschland. Im Gegenzug befand sich gleichzeitig eine deutsche Delegation in Japan, darunter auch zwei Esslinger Jugendliche.

 

Auch drei Teilnehmer des Austausches 2014 beteiligten sich als Gastfamilien an der diesjährigen Maßnahme und konnten so Ihre Erfahrungen einbringen.

Nach der Abholung der japanischen Gruppe in Frankfurt stand bereits das erste Highlight auf dem Programm: ein Besuch in Heidelberg. Große Begeisterung riefen die schöne Altstadt und das Schloss hervor. Je näher die Reisegruppe jedoch nach Esslingen kam, desto unruhiger wurde die Gruppe. Schließlich sollten die Jugendlichen bald ihre neuen Familien auf Zeit kennenlernen. Was würde sie dort erwarten?

Im Eberhard-Bauer-Stadion in Esslingen-Weil wurden die Gastfamilien und ihre Gäste zusammengeführt. Zur Begrüßung überreichte Sonnenblumen strahlten mit allen Teilnehmenden um die Wette. Die Familienauf­enthalte tragen maßgeblich zur Förderung interkultureller Kompetenz junger Menschen bei und ermöglichen den Jugendlichen ein hautnahes Erleben des Alltags und des Familienlebens im Gastland. Aber auch die Gastfamilien haben so die Chance eine Menge über das Herkunftsland ihres Gastkindes zu lernen. Schon nach kurzer Zeit war klar: das passt wunderbar! Die jungen Japanerinnen und Japaner konnten problemlos in die Gastfamilien integriert werden, auch wenn die Verständigung über eine Mischung aus Englisch, Sprachfibel sowie „Hand und Fuß“ lief. Besonders intensiv wurde der Kontakt auch durch den Familientag, an dem jede Gastfamilie mit ihrem Gast ein individuelles Programm gestaltete.

Ein tolles Programm hatten die Esslinger für ihre Gäste zusammengestellt. Einer Begrüßung der Gruppe durch Esslingens ersten Bürgermeister Wilfried Wahlbrecht und Max Pickl, stellvertretender Leiter des Amtes für Soziales und Sport, folgte eine Besichtigung der schönen Esslinger Altstadt. Die jungen Sportlerinnen und Sportler probierten im Rahmen ihres Aufenthalts verschiedene Sportarten aus, zum Beispiel Wasserball beim SSV Esslingen und Fechten bei der SV 1845 Esslingen. Sie besichtigten das Mercedes-Benz-Museum, und die Mercedes-Benz-Arena. Nach einem Besuch bei der Württembergischen Sportjugend informierten sich die Gruppe im Olympiastützpunkt Stuttgart über die Trainings- und Unterstützungsmöglichkeiten von Leistungssportlern. Überrascht zeigten die Gäste beim Ausflug auf die Alb von der in der Charlottenhöhle herrschenden Kälte und den besonderen Tropfsteinformationen. Besondere Begeisterung löste das Steiff-Museum in Giengen aus mit seinen vielfältigen, zum Teil überlebensgroßen Tieren sowie das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt, den sie auch erklommen.

Nicht fehlen durfte eine Diskussion zum Jahresthema „Fair Play in Sport und Alltag“. Neben den Jugendlichen aus Japan und der SV 1845 Esslingen nahmen spontan auch einige Jugendliche des SSVE daran teil, die gerne noch weitere Zeit mit ihren neuen Freunden verbringen wollten.

Der letzte gemeinsame Tag war eine gute Mischung aus Wissen, Sport und Spaß. Neben der Betriebsbesichtigung bei Bechtle Verlag&Druck interessierte die Gäste vor allem, wie die Ausbildung zum Medienkaufmann in Deutschland funktioniert. Sie erklärten, dass so etwas in Japan absolut unüblich sei. Dort würde man einige Monate eingearbeitet und sei dann auf sich gestellt. In der Kinderspielstadt „Karamempel“ genossen die jungen japanischen Gäste den Kontakt mit den Jugendlichen vor Ort und stürzten sich nach einer kurzen „Stadtführung“ mit einigen „Mempels“ ausgestattet ins Getümmel.

Kanu fahren und Stand-Up-Paddling auf dem Neckar, Füße ins Wasser halten, Brezeln aus Fimo anfertigen sowie gemeinsames Kochen und Backen japanischer und deutscher Spezialitäten füllten den Nachmittag im Kanuheim der SV 1845 Esslingen.

Gemeinsam mit dem Sportkreisvorsitzenden Kurt Ostwald, Dieter Strobel und Florian Späth von der SV 1845 Esslingen sowie Dirk Dietz, stellvertretender Vorsitzender der Württembergischen Sportjugend, begrüßte Ira Ziegler im Namen der Esslinger Fechter alle Gäste, Gastfamilien und Sponsoren des Austauschs zur Sayonara-Party. Bis spät in die Nacht wurde gemeinsam gefeiert und gelacht, aber auch so manche Träne vergossen. Aus Fremden waren Freunde geworden, die man nur ungern ziehen ließ. Einige der jungen Japanerinnen und Japaner gestanden unter Tränen, dass sie es sich sehr gut vorstellen könnten in Deutschland zu leben und nur ungern ihre neuen Familien verlassen.

Die Gruppe aus der Region Tokai reiste im Anschluss weiter nach Saarbrücken. Von dort aus geht es für die Jugendlichen nach einigen Tagen weiter zum Abschluss des Austauschprogrammes nach Berlin, bevor die gesamte Delegation wieder nach Japan zurückkehrt.

Inklusive Stadtführung in Heidelberg mit Joachim Frie?Inklusive Stadtführung in Heidelberg mit Joachim Frieß